Parodontologie

Parodontitis ist eine durch bakterielle Beläge / Plaque ausgelöste Entzündung des Zahnhalteapparates (Kieferknochen und Bindegewebe), welche zu dessen irreversibler Zerstörung führen kann, erkennbar an Zahnfleischrückgang und Lockerung sowie Verlust der Zähne.

Die mehrphasige Therapie der Parodontitis besteht darin, den Entzündungszustand des Zahnhalteapparates zu beseitigen und Plaque, Zahnstein sowie entzündungsfördernde Faktoren zu beseitigen.

Saubere Verhältnisse sind das Fundament der erfolgreichen Therapie

Anfangs muss eine umfassende Diagnostik erfolgen, um Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung zu bestimmen. In diesem Zusammenhang wird durch Röntgenaufnahmen der Zustand und Verlauf des Kieferknochens festgestellt. In ausgeprägteren Fällen können ergänzend mikrobiologische Tests durchgeführt werden.

Anschließend werden in der sogenannten Hygienephase alle regulär zu erreichenden Beläge im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung / PZR entfernt. In diesem Zusammenhang wird dem Patienten auch demonstiert, wie er zu Hause eine optimale Zahnpflege betreiben kann.

Außerdem müssen in dieser Phase Füllungen und / oder Wurzelfüllungen bei Bedarf gelegt oder erneuert und nicht erhaltungswürdige Zähne entfernt werden. Allein durch diese Hygienemaßnahmen kann bei vielen Betroffenen schon eine merkliche Besserung erreicht werden!

Entzündungsfreiheit durch schonende und effiziente Reinigung

Im Anschluss beginnt die eigentliche Parodontal-Behandlung, bei der die in den Zahnfleischtaschen vorhandenen harten und weichen Beläge unter lokaler Anästhesie gründlich entfernt werden. Nach zwei bis drei Wochen Heilungszeit wird das Ergebnis der Behandlung kontrolliert.


Sehr tiefe Taschen, welche durch Hygienemaßnahmen und geschlossene Behandlung nicht ausreichend gereinigt werden konnten, sollten im Anschluss in einem offenen Vorgehen unter Sicht chirurgisch nachbehandelt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. bei aggressiven, schnell verlaufenden Formen der Parodontitis) ist es sinnvoll, die Behandlung durch die Anwendung von Antibiotika zu ergänzen.

Nur eine lebenslange Erhaltungstherapie sichert den langfristigen Erfolg

Nach einer Parodontitisbehandlung ist eine lebenslange Erhaltungstherapie notwendig, die aus einer gründlichen Mundhygiene durch den Patienten und regelmäßig durchgeführten professionellen Zahnreinigungen in der betreuenden Praxis besteht. Letztere werden je nach Schweregrad der Erkrankung vierteljährlich bis halbjährlich durchgeführt.